Olympische "Spiele" 2008

China, Tibet und Olympia - Auf grüne Initiative tagte der Menschenrechtsausschuss

Samstag, 05.04.2008, 17:38 Uhr

Bei der Vergabe der olympischen Spiele an China hat es das Versprechen von chinesischer Seite gegeben, die Menschenrechtslage im Vorfeld der Spiele deutlich zu verbessern. Wörtlich versprach der Vizepräsident des Pekinger Organisationskomitees, Wang Wei: “Die Olympischen Spiele werden helfen, soziale, ökonomische und Menschenrechtsbedingungen weiter zu verbessern”. Pekings Vizebürgermeister Liu Jingming kündigte “völlige Freiheit” für JournalistInnen an.



Nicolas Sarkozy redet Klartext - oder auch nicht

Samstag, 05.04.2008, 17:26 Uhr

Was man vielen Politikern vorwirft, nämlich daß sie nicht eindeutig Stellung beziehen zu den Vorgängen in Tibet und China, läßt sich der französische Präsident Nicolas Sarkozy nicht zu Schulden kommen.

» Update: Mittlerweile hat sich Sarkozy davon distanziert, von Forderungen bzw. Bedingungen gesprochen zu haben…wäre ja auch zu schön gewesen…

Er hat nun klar an die chinesische Regierung adressiert, er würde an der Eröffnungsfeier am 8. August nicht teilnehmen, wenn sich China weiterhin sträubt, die Probleme in Tibet auf humane Weise zu lösen. Er stellte drei Bedingungen an die KP…



Die Opfer des Volksaufstands in Tibet bleiben namenlos - China läßt die Leichen wegschaffen und verbrennen

Samstag, 05.04.2008, 13:35 Uhr

Seit dem 10. März haben Tibeter in allen drei traditionellen Provinzen Tibets auf den Strassen demonstriert. Infolge der brutalen Niederschlagung sind bisher mindestens 140 Menschen ums Leben gekommen. Nur von 40 sind bisher die Namen und die Herkunft bekannt geworden. Vier weitere Todesopfer…



ohne Worte…

Freitag, 04.04.2008, 23:41 Uhr

Musik: Giorgio Moroder, Text: Michael Kunze



IOC-Mitglied Tröger gegen die Meinungsfreiheit von Sportlern

Freitag, 04.04.2008, 10:57 Uhr

Fast möchte man meinen, Walter Tröger vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hielte es wie die chinesische Regierung: Er will deutschen Sportlern in China das Recht auf freie Meinungsäußerung verbieten. Gegenüber der Frankfurter Neuen Presse sagte er: „Wer in gekennzeichneten Bereichen gegen das Verbot unzulässiger Werbung oder Propaganda verstößt, kann unverzüglich und nach Prüfung des Einzelfalls ausgeschlossen werden.“ und meinte damit mögliche Unmutsäußerungen der Sportler gegenüber dem Verhalten der chinesischen Regierung bei den Aufständen in Tibet und weiteren Regionen.

videoImke Duplitzer, Degen-Fechterin, über den IOC und ihren Boykott der Eröffnungsfeier bei den Olympischen Spielen [ARD-nachtmagazin am 4. April 2008, 00:15 Uhr]

» Kommentar von Christoph Lütgert, NDR



PM der SPD-Bundestagsfraktion: Es gibt keine Alternative zum sino-tibetischen Dialog

Donnerstag, 03.04.2008, 18:50 Uhr

Chinesische Regierung soll „ein Zeichen des guten Willens setzen und einer unabhängigen Untersuchung der Ereignisse zustimmen“. Alle Fraktionen des Menschenrechtsausschusses sprechen sich gegen Boykott der Olympischen Spiele aus und üben heftige Kritik an IOC und DOSB.

Die vollständige Pressemitteilung der SPD-Bundestagsfraktion vom 3. April lesen…»



Großreinemachen in China: Bürgerrechtler Hu Jia zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt

Donnerstag, 03.04.2008, 11:00 Uhr

Ein Dorn im Auge der KP war der chinesische Bürgerrechtler Hu Jia ohnehin: Er hatte einen HIV-Skandal aufgedeckt und sich bereits im November via Internet bei einer Anhörung EU-Parlaments kritisch über die Olympischen Spiele geäußert und pikante Details zu Menschenrechtsverletzungen in China publik gemacht.

weiterlesen… »



China nutzt Fackellauf zum “Kollegenbesuch”

Mittwoch, 02.04.2008, 16:07 Uhr

Während die olympische Fackel auf ihrer Reise von 137.000 Kilometern Länge quer über den Globus ist, macht sie in einigen Nationen Station, die sich wie China nicht gerade als Hüter der Menschenrechte hervortun – eigentlich Anlass genug, den Fackellauf als „Kollegenbesuch unter Menschenrechtsverletzern“ zu interpretieren.

Etwa in der Türkei, Russland, Nordkorea, Kasachstan, den USA, Malaysia
Einige Beispiele… »



Aktionen & Mahnwachen in Deutschland

Mittwoch, 02.04.2008, 11:52 Uhr

…finden statt in Berlin, Düsseldorf, Freiburg, Konstanz, Leipzig, Mönchengladbach, Nürnberg, Saarbrücken

Weitere Aktionen bitte melden, Danke!



Beijing 2008 Torch Relay Truth!

Mittwoch, 02.04.2008, 11:22 Uhr



…und bist du nicht willig, so brauch’ ich den Kongress!

Mittwoch, 02.04.2008, 10:57 Uhr

Da US-Präsident George W. Bush daran festhält, die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in Peking zu besuchen, hat nun eine Gruppe Abgeordneter einen Gesetzentwurf im Kongress eingebracht, der eine erste Reaktion auf das Vorgehen chinesischer Sicherheitskräfte gegen die Unruhen in Tibet und den angrenzen Regionen ist.

Darin ist vorgesehen, dem US-Präsidenten sowie anderen Mitgliedern der US-Regierung eine Teilnahme an den Feierlichkeiten zu untersagen. Der republikanische Kongressabgeordnete Thaddeus McCotter und weitere Abgeordnete haben den Entwurf verfasst, um das „brutale Vorgehen gegen tibetische Demonstranten“ zu verurteilen und entsprechend darauf zu reagieren. Nämlich mit der Abwesenheit von US-Vertretern bei den Spielen. Außerdem wird der chinesischen Regierung in dem Entwurf vorgeworfen, die Religionsfreiheit zu behindern, die Grundrechte des Menschen zu verletzen, die Bildung von Gewerkschaften zu verhindern und den Völkermord im Sudan zu unterstützen.



arte: Dienstag, 1. April, ab 21.00 Uhr: Themenabend “Tibet - Blutiger Frühling”

Montag, 31.03.2008, 21:17 Uhr

21.00 Uhr: Tibet – Geschichte einer Tragödie
(Frankreich, 2004, 52 min.) Regie: Ludovic Segarra
21.55 Uhr: Gesprächsrunde (Kelsang Gyaltsen, Eva Lichtenberger, Valérie Niquet, Joachim Holtz)

Weitere Infos bei arte

videoUpdate: arte hält die Beiträge noch bis 8. April im Internet bereit.
Tibet - Geschichte einer Tragödie
Gesprächsrunde



NNN: Neueste Nationale Nachrichten

Montag, 31.03.2008, 21:13 Uhr

NNN: Olympia-Boykott?
Die Olympischen Spiele boykottieren? Das hat doch 1936 schon nicht geklappt.
Gesehen bei “Extra 3” vom NDR.

Danke E. für den Tipp!



Über den Versuch, ein Jahr lang die Globalisierung zu boykottieren

Sonntag, 30.03.2008, 12:34 Uhr

Sara Bongiorni, eine Wirtschaftsjournalistin aus Louisiana, versuchte ein Jahr lang auf Produkte „Made in China“ zu verzichten und schrieb ein Buch darüber, das nun im Wiley Verlag unter dem Titel „Ein Jahr ohne ,Made in China’“ erschienen ist.

Auslöser war das Weihnachtsfest 2004, bei dem sie das Verhältnis „Made in China“ gegen den Rest der Welt bei den Weihnachtsgeschenken etwas genauer unter die Lupe nahm. Das Ergebnis: 25 Produkte kamen aus China, 14 aus dem Rest der Welt. Die Nachrichten, die ständig von „Outsourcing“ der Produktion nach Asien und dem damit verbundenen Verlust von Arbeitsplätzen in Amerika (und selbstverständlich auch Europa) thematisieren, bereiteten den Rest der Motivation für Bongiornis „Experiment“. Sie wollte herausfinden, ob es überhaupt noch möglich ist, vollständig auf chinesische Produkte zu verzichten, oder ob unsere Abhängigkeit mittlerweile kaum noch abzuwenden ist.

Als besonders schwierig stellte sich dabei heraus zu beurteilen, ob ein Produkt nicht vielleicht doch zu einem gewissen Anteil in China hergestellt wurde. Häufig haperte es es an Alternativ-Produkten „Made in the USA“.

Ein ähnliches Experiment – wenn auch nur einen Monat lang – unternahm die Familie Kaspers für die WDR-Sendung „Markt“ mit demselben Ergebnis: Es mangelte häufig an adäquaten Alternativprodukten, die nicht in China gefertigt wurden. Außerdem, so Christian Fronczak vom Bundesverband der Verbraucherzentralen, läßt sich selten sagen, ob ein Produkt „Made in Germany“ ohne chinesisches Beiwerk hergestellt wurde. Das Problem liegt in der fehlenden Kennzeichnungspflicht – so darf ein in China gefertigtes Produkt, das in Deutschland weiterverarbeitet wurde, durchaus das Label „Made in Germany“ tragen. Eine Zahl des Statistischen Bundesamts: Waren im Wert von 54,6 Milliarden Euro wurden allein im Jahre 2007 aus China nach Deutschland importiert, lediglich die Niederlande und Frankreich brachten mehr Produkte nach Deutschland.

Fazit: Ein lückenloser Boykott chinesischer Produkte ist im Prinzip nicht möglich, nicht zuletzt wegen einer fehlenden Kennzeichnungsverordnung. Um ein Zeichen gegen die Diskriminierung in Tibet durch die chinesische Regierung zu setzen, genügt es jedoch bereits, etwas genauer auf die Herkunfts-Label zu achten. Ein jeder hat die Chance, seine Mündigkeit und seine Meinung nach außen zu tragen.

Übrigens: Als Veganer und globalisierungskritischer Mensch bin ich es gewöhnt, etwas mehr Zeit in den Supermärkten und Kaufhäusern zu verbringen, um Labels zu lesen, die Zutatenlisten der Lebensmittel zu studieren und regionalen Produkten gegenüber Produkten aus Übersee den Vorrang zu geben. Es ist machbar! Und auch, wenn es die Wirtschaftsbosse in China oder sonstwo wenig interessiert, ob ich ihre Produkte kaufe oder nicht – ich bin dennoch in der Lage, ein Zeichen zu setzen mit dem Bewusstsein, wenigstens wissentlich Diskriminierung, Unterdrückung, Massentierhaltung, Unternehmensmonopolisierung und dergleichen nicht unterstützt zu haben.

Buchtipps:
Sara Bongiorni: „Ein Jahr ohne ,Made in China’“ - Eine Familie - ein Boykott - ein Abenteuer
Verlag: Wiley-VCH
ISBN-10: 3-527-50350-1
ISBN-13: 978-3-527-50350-6

Henry D. Thoreau:
Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat / Civil Disobedience
Verlag: Diogenes
ISBN-10: 3257064608
ISBN-13: 978-3257064605



Deutsche Welle: “Tibet – Ja, aber …”

Samstag, 29.03.2008, 14:13 Uhr

Die Deutsche Welle hat eine Glosse veröffentlicht, die lustig, aber auch bitter klingt. Was ist, wenn IOC-Vize Thomas Bach eines Tages vor der Himmelstür Petrus Rede und Antwort stehen muss…

Petrus: “… Hast du bei den Spielen in Peking dem chinesischen Präsidenten einen Bruderkuss gegeben oder nicht?”
Thomas B.: “Ja schon, aber doch nur in Notwehr.”

hier geht’s zur Glosse »



Eu-Kommissarin Ferreo-Waldner schließt Boykott nicht aus. ai und DOSB halten an Spielen fest

Samstag, 29.03.2008, 09:47 Uhr

Die österreichische EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner schließt einen Boykott der Olympischen Spiele nicht aus. Man müsse beobachten, wie sich Peking in den nächsten Wochen verhält und dann über einen Boykott entscheiden. Wichtig sei, dass die Spiele in einem dem olympischen Geist entsprechenden Umfeld stattfinden. Dazu gehöre etwa die Einhaltung der uneingeschränkten Meinungs- und Pressefreiheit sowie die Einhaltung der Menschenrechte, also die Beendigung der Diskriminierung des tibetischen Volkes. China ist gefordert, mit dem gewalttätigen Vorgehen gegen friedliche Demonstrationen aufzuhören und den vom Dalai Lama angebotenen Dialog aufzunehmen. Auch die Unternehmen, die in bzw. mit China ihre Geschäfte machen, sollten sich nicht ihrer Verantwortung verschließen und stattdessen die Einhaltung der Menschenrechte einfordern.

Unterdessen äußerte sich die deutsche Amnesty International-Generalsekretärin Barbara Lochbihler skeptisch zu einem möglichen Boykott. Ihrer Meinung nach könnten die Spiele Anlass für „strukturelle Veränderungen“ sein – allerdings sollten Regierungen wie auch Sportverbände und Sponsoren ein entsprechendes Einlenken von Peking verlangen. Außerdem sollte die chinesische Regierung den Vereinten Nationen die Möglichkeit einer unabhängigen Untersuchung nicht verweigern – ansonsten könne man die propagierte Offenheit Pekings nicht ernst nehmen.

Auch Michael Vesper, der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbunds, will die Spiele nicht boykottieren. Allerdings könnten und sollten die Sportler außerhalb des Spielstätten ihre Meinung frei äußern. Schließlich sorgen gerade die Olympischen Spiele dafür, daß die öffentliche Aufmerksamkeit deutlich fokussiert ist auf die Vorgänge in Tibet und den angrenzenden Regionen.