Menschenrechte

Die Spur Olympias in Tibet

Montag, 25.08.2008, 22:36 Uhr

Auch am Vortage der Abschlußzeremonie der Olympischen Spiele in Beijing, während der noch einmal eine letzte Propagandaoffensive zu Tibet gestartet werden wird, bleiben überall auf dem tibetischen Plateau strenge Sicherheitsmaßnahmen in Kraft, die auch den direkten Schießbefehl beinhalten, um weitere Unruhen während der letzten Tage der Olympischen Spiele zu vermeiden.
Die friedlichen Proteste, die im März [...]



China zwingt über 73.700 Nomaden in Osttibet zur dauerhaften Niederlassung

Donnerstag, 21.08.2008, 08:38 Uhr

Dharamsala - Staatliche Medien kündigten am Freitag an, daß die chinesische Regierung in den nächsten fünf Jahren über 73.700 tibetische Nomaden in der TAP Kanlho (chin. Gannan) in permanenten Ziegelhäusern anzusiedeln plant. Menschenrechtsgruppen wie Human Rights Watch zufolge geht dieses Umsiedelungsprogramm mit grobem Machtmißbrauch einher.
Nach Aussage des von Xinhua zitierten chinesisch-kommunistischen Funktionärs Wang Hongwei werden [...]



Tibeter landet wegen Dokumentarfilm in chinesischem Gefängnis

Freitag, 15.08.2008, 07:42 Uhr

„Leaving Fear Behind“ (auf Tibetisch: jigdrel) ist ein heroischer Film, der von Tibetern in Tibet aufgenommen wurde, die die Stimmen ihrer Landsleute zu den Olympischen Spielen in Peking hörbar machen wollten. Gerade jetzt, wo China im globalen Rampenlicht steht, möchten die Tibeter der Welt von ihrer Notlage berichten und ihrem tiefempfunden Leid unter dem chinesischen Regime. Das Filmmaterial wurde unter außergewöhnlichen Umständen aus Tibet geschmuggelt. Die Filmemacher wurden kurz danach festgenommen und befinden sich seitdem in Haft…



ARD-Reporterin zeigt Tibet jenseits der Propaganda

Freitag, 08.08.2008, 11:12 Uhr

ndr-beitrag

Videobeitrag der ARD



Reisenotizen aus Lithang in Kham: Erleben eines Polizeistaates

Freitag, 08.08.2008, 10:35 Uhr

Delhi - Hier in Lithang, einer Khampa-Stadt in Osttibet (dem heutigen westlichen Sichuan), ist die Atmosphäre merklich von Angst und Paranoia bestimmt. Nie zuvor in meinem Leben habe ich so viele Polizeikräfte und Soldaten in einer Stadt gesehen. Noch hatte ich jemals zuvor eine solche Angst, die mein Herz zum Rasen brachte, gefühlt. Letzte Nacht, um etwa 11.40 hörte ich die Polizei in dem Gästehaus, in dem ich wohne, herumbrüllen und an jede Tür trommeln. Als sie meine Tür erreichten, war ich gelähmt vor Angst. Mir war so bange, weil keine Ausländer die Stadt betreten dürfen, in der ich bin. Auch hatte mich die US-Botschaft in Chengdu vorgewarnt, daß ich sehr wohl beschattet werden und meine email-Korrespondenz gelesen werden könnte, weil ich öfters mit Dharamsala zu tun habe. So zögere ich jetzt ein wenig, dieses hier niederzuschreiben. Andererseits, sollte ich es aus Angst um meine eigene Sicherheit etwa nicht tun? …



Vortäuschung falscher Tatsachen: Erzwungene Sommerfeste und getürkte Videos

Dienstag, 05.08.2008, 07:23 Uhr

Einer zuverlässigen Quelle zufolge richteten die Tibeter in der Gemeinde Drogshog, Bezirk Nangchen, TAP Jyekundo (chin. Yushu), Provinz Qinghai, am 28. Juli einen Appell an die Bezirksbehörden, in dem sie die sofortige Freilassung von vier Tibetern (Asang, 21, Ngosoe, 35, Jamsang und Gadho Nyima) forderten, die am Abend des 26. Juli festgenommen worden waren. Falls diese nicht freigelassen würden, könnte es, so schrieben sie, zu größeren Protestaktionen kommen. Wie es dazu kam: Die chinesischen Behörden wollten zeigen, daß alle Tibeter in Tibet die Olympischen Spiele im August mit großem Jubel begrüßen, und befahlen daher den Bewohnern der Gemeinde Droshog ein Sommerfest zu organisieren, bei dem die Tibeter ihre traditionellen Chupas tragen und Lieder und Tänze aufführen müssen. In der Anordnung heißt es weiterhin, daß mindestens eine Person aus jedem Haushalt teilnehmen muß, anderenfalls wird eine Strafe von 1000 Yuan erhoben…



Ausplaudern von Staatsgeheimnissen: Peking ahndet jegliches Reden über Menschenrechte

Samstag, 02.08.2008, 23:05 Uhr

Tenzin Norgay vom Tibetischen Zentrum für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) verfolgt die aus Tibet kommenden Berichte über Menschenrechtsverletzungen nun seit über sechs Jahren. Besonders zu schaffen machen ihm die unrealistischen Hoffnungen jener, die sie ihm übermitteln. „Jeder erwartet, daß sich die Dinge über Nacht änderten“. Der 30jährige Norgay ist einer der 12 Mitarbeiter des Tibetan [...]



Neuer Erlass in Tibet: Behörden gehen rigoros gegen Klöster vor

Freitag, 01.08.2008, 11:34 Uhr

Im osttibetischen Kardze (chinesisch: Ganzi) haben die chinesischen Behörden in einem neuen amtlichen Erlass präzise Instruktionen an die lokalen Behörden erteilt, wie mit „störenden“ Mönchen und Nonnen verfahren werden soll. Das Dokument vom 28. Juni 2008 wurde in tibetischer Sprache auf einer offiziellen Webseite veröffentlicht. Der Erlass ermöglicht massive Eingriffe in die Rechte von Geistlichen und steht exemplarisch für das rigorose Vorgehen der chinesischen Behörden vor allem gegen Klosterangehörige und religiöse Einrichtungen infolge der Unruhen in Tibet. „Sprache und Zielrichtung dieser Vorschriften erinnern an die Hochzeit der Kulturrevolution – und das am Vorabend der Olympischen Spiele.“ erklärte Kai Müller, Geschäftsführer der International Campaign for Tibet Deutschland (ICT). „Wir fordern ein sofortiges Ende dieser Maßnahmen, weil sie massiv in die Religions- und Meinungsfreiheit eingreifen,“ so Müller weiter…



Interview mit Prof. Samdhong Rinpoche, dem Kalon Tripa oder Premierminister der Tibetischen Regierung-im-Exil

Donnerstag, 31.07.2008, 07:27 Uhr

Samdhong RinpocheAm 10. März 2008 brachen in ganz Tibet Unruhen aus. Während die chinesische Seite behauptet, Han-Chinesen seien von Tibetern angegriffen worden, die ihre Geschäfte und Häuser geplündert hätten, betonte die tibetische Regierung-im-Exil, die spontanen friedlichen Demonstrationen seien der Ausdruck der Verbitterung einer Bevölkerung gewesen, die seit 58 Jahren von China im Stil einer Kolonialmacht unterdrückt wird. Claude Arpi reiste nach Dharamsala und traf dort Prof. Samdhong Rinpoche, Anhänger Gandhis und Premierminister der tibetischen Exil-Regierung, um ihn über seine Meinung bezüglich der aktuellen Lage in Tibet und des derzeitigen Dialogs mit Beijing zu befragen…



Ye Guozhu: Haftverlängerung als Maulkorb während Olympia

Dienstag, 29.07.2008, 07:36 Uhr

Chinesischer Menschenrechtsverteidiger sollte am 26. Juli entlassen werden, nun erst im Oktober
Der chinesische Menschenrechtsverteidiger Ye Guozhu muss sofort freigelassen werden. Ye sollte nach vier Jahren Haft am 26. Juli entlassen werden. Nun muss er mindestens bis zum Ende der Olympischen Spiele in Haft bleiben.
Ye Guozhu war wegen seines Einsatzes gegen Zwangsräumungen im Zusammenhang mit Baumaßnahmen [...]



China spielt Tibeter gegen Tibeter aus

Freitag, 25.07.2008, 23:54 Uhr

Tibetische Quellen berichten, wie die chinesischen Behörden in ihrem Bestreben, die Überwachung der Klöster zu perfektionieren, tibetische Beamte gegen tibetische Mönche einsetzen. Mit dieser neuen Strategie wurde kürzlich in dem Kloster Drago im Bezirk Kardze (chin. Ganzi) begonnen, wo höher gestellte Beamte auf Gemeinde- und Kreisebene nun hochrangige Lamas und Äbte überwachen und indoktrinieren müssen, [...]



Chinesische Behörden üben mit einem Angriff auf die Mönche Tibets Vergeltung

Mittwoch, 23.07.2008, 07:47 Uhr

Dr. John Powers, der gerade aus Tibet zurückgekehrt ist, beschreibt seine Erfahrungen und was er von tibetischen Mönchen gehört hat. Nach vier Monaten, in denen China Tibet erfolgreich von der Außenwelt abgeriegelt hat, kommen nun wieder vereinzelt Touristen nach Tibet.

Auf die gewaltsamen Proteste in Lhasa im März und die anschließenden Unruhen in den ethnisch-tibetischen Gebieten der benachbarten chinesischen Provinzen Gansu, Sichuan und Qinghai hin wurde Tibet gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten. Einer der wenigen, der Zugang zu der Region hatte, ist Dr. John Powers.



Die Tibetfrage betrifft die Zukunft von sechs Millionen Tibetern und nicht Seine Heiligkeit

Samstag, 19.07.2008, 14:51 Uhr

Das Büro Seiner Heiligkeit des Dalai Lama gab am Donnerstag eine Erklärung heraus, in der zum wiederholten Male darauf hingewiesen und klargestellt wurde, daß es bei der Tibetfrage um die Zukunft von sechs Millionen Tibetern geht und nicht um Seine Heiligkeit den Dalai Lama…



Internes chinesisches Parteidokument enthüllt die repressive Strategie in Tibet

Donnerstag, 17.07.2008, 07:02 Uhr

Die April und Mai Ausgaben des vertraulichen Bulletins Xigang Tongxun (Tibet Communications), das nur innerhalb der Partei in Umlauf gesetzt wird, beweist, daß China mit einer Reihe von vorher geplanten politischen Maßnahmen zur Durchsetzung der vollkommenen politischen Kontrolle Tibets begonnen hat. The Sunday Times in Hong Kong erhielt Übersetzungen des Originaltextes. Zang Qingly, der 2006 zum Parteisekretär von Tibet ernannt wurde, kündigte in einer vertraulichen Mitteilung an andere Mitglieder der kommunistischen Partei umfassende Operationen zur „Umerziehung“ an…



Scharfe Restriktionen am Geburtstag des Dalai Lama in Tibet

Donnerstag, 10.07.2008, 09:42 Uhr

Überall marschierte Militär in großer Zahl auf und die Tibeter wurden strengstens kontrolliert. Tibetische Restaurants, Geschäfte und Gästehäuser mußten geschlossen bleiben, vor allem war dies im Bezirk Drakgo (chin. Luhuo) in der Tibetisch-Autonomen Präfektur Kardze (chin. Ganzi) der Fall. Tibeter durften sich dort nicht in Gruppen versammeln, und das Ausführen des sangsol (das glückverheißende Ritual des Abbrennens von Weihrauch) war ihnen verboten worden…



Tibetischer Häftling stirbt an Herzversagen - viele ehemalige politische Gefangene erneut verhaftet

Dienstag, 08.07.2008, 09:34 Uhr

Einer bestätigten Meldung zufolge hinderten die Mönche des Klosters Genden Samdupling in Khangmar, Bezirk Kardze (chin. Ganzi), Beamte der Lokalverwaltung und Sicherheitskräfte daran, die Quartiere von fünf ihrer Mitbrüder zu durchsuchen, die einige Zeit zuvor wegen einer friedlichen Demonstration festgenommen worden waren. Um die 20 Fahrzeuge verschiedener Abteilungen der Bezirksverwaltung von Kardze fuhren am 1. Juli unerwartet vor dem Kloster Genden Samdupling vor, während dessen etwa 70 Mönche gerade ihre Jahresversammlung abhielten. Die Beamten der Bezirksverwaltung, darunter auch Mitarbeiter des Public Security Bureau, waren gekommen, um die Wohnquartiere von fünf kürzlich festgenommenen Mönchen, nämlich Yeshi Palden, Tsering Phuntsok, Yeshi Dhargyal, Serga und Sherab Tashi, zu durchsuchen…