Vier Tibeter aus dem Bezirk Sog zu bis zu drei Jahren verurteilt
Mittwoch, 03.02.2010, 07:48 Uhr | Kategorien: MenschenrechteEin chinesisches Gericht im Bezirk Sog, Präfektur Nagchu, Autonome Region Tibet (TAR), verurteilte am 5. Januar 2010 vier Tibeter zu Gefängnisstrafen bis zu drei Jahren, berichtete der in Dharamsala lebende und aus Sog stammende Ngawang Tharpa.
Tenzin Dhargye wurde zu drei Jahren verurteilt, weil er 2008 an einer der Demonstrationen gegen die chinesische Herrschaft teilegenommen hatte und daraufhin einen Fluchtversuch nach Indien unternommen hätte. Yeshi Jinpa, ein 44jähriger Mönch aus dem Kloster Sog Tsenden, wurde zu zwei Jahren verurteilt, weil er angeblich nach Indien fliehen wollte. Beide seien nach Lhasa überführt worden, berichtete Tharpa weiter.
Die Verhaftungen erfolgten am 2. Dezember 2009 in Lhasa*. Als die Polizei sie festnahm, führten Dhargye und Jinpa gerade ihre religiösen Niederwerfungen vor dem Jokhang-Tempel, der heiligsten Stätte Tibets, aus. Yeshi Jinpa hatte sich zwecks medizinischer Behandlung in die Hauptstadt begeben.
Außerdem wurden die 48jährige Nonne Choedon und der 17jährige Norbu Sangpo zu je einem Jahr verurteilt. Sie sind im Gefängnis von Nagchu eingesperrt. Norbu Sangpo und die Nonne Choedon waren am selben Tag zum Jokhang Tempel gegangen, um Jinpa und Dhargay mit Nahrungsmitteln zu versorgen.
Tharpa fuhr fort, daß sich seit Beginn 2010 eine Arbeitsbrigade aus 31 chinesischen Offiziellen im Bezirk Sog aufhalte, um die chinesische Politik streng durchzusetzen und diejenigen Personen, die irgendwann einmal im Ausland waren, genau zu überwachen.
Gelesen: 95 · heute: 3 · zuletzt: 13. March 2010*Siehe: 11. Dezember 2009: „Vier Tibeter aus dem Bezirk Sog in der Präfektur Nagchu in Lhasa festgenommen“
The Tibet Post International, www.tibetpost.net, 29. Januar 2009
Übersetzung: Adelheid Dönges (Internationale Gesellschaft für Menschenrechte – IGFM)

