Tibeter aus Ngaba wegen „separatistischer Kontakte“ zu sechs Jahren verurteilt

Samstag, 23.01.2010, 21:50 Uhr | Kategorien: Menschenrechte

Dharamsala – Ein Tibeter namens Dolma Namgyal, der 2008 wegen angeblicher Kontakte zu den „separatistischen Kräften der Dalai Clique“ festgenommen worden war, wurde einer uns zugegangenen Mitteilung zufolge nun zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt.

Namgyal gehört zur Sippe der Adupontsang in der Tibetisch-Autonomen Präfektur Ngaba, Provinz Sichuan. Er war im April 2008 in Chengdu festgenommen worden. Seine Angehörigen waren lange Zeit völlig im Dunkeln über seinen Verbleib, er war also einer der zahlreichen Verschwundenen*. Sie erfuhr von seinem Schicksal erst, als am 14. Januar 2010 das Urteil gegen ihn gesprochen wurde.

Das Notstands-Komitee des Exilklosters Kirti in Dharamsala, das während des Volksaufstandes in Tibet 2008 gebildet wurde, um die Informationen aus Tibet zu verbreiten, gab gestern bekannt, daß Namgyal in einem Gefängnis im Ortsteil Binjiang der Provinzhauptstadt Chengdu inhaftiert sei.

*„Die Verschwundenen in Tibet: Über eintausend Personen werden vermißt“

Phayul, www.phayul.com
16. Januar 2010

Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching (Internationale Gesellschaft für Menschenrechte – IGFM)

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