Der neue Dalai Lama: Ein Gott in Einarbeitung

Samstag, 23.01.2010, 22:27 Uhr | Kategorien: Buddhismus, Videos

Ogyen Trinley Dorje (c) whoiskarmapa.com

Ogyen Trinley Dorje (c) whoiskarmapa.com

Die (noch) heimliche Karriere eines Mannes, der das künftige Gesicht des Buddhismus werden könnte.

Der 24-jährige Mönch Ogyen Trinley Dorje ist ein möglicher Nachfolger des Dalai Lama: ein Flüchtling, ein Politikum – und die große Hoffnung der Tibeter.

Auf Ogyen Trinley Dorje, besser bekannt als Seine Heiligkeit der 17. Gyalwang Karmapa Lama, Oberhaupt eines der vier großen Orden des tibetischen Buddhismus, ruht die Hoffnung eines ganzen Volkes. Nur er kann Tibet im 21. Jahrhundert Kopf und Stimme geben. Nur auf ihn kann die Aufgabe übergehen, künftig über die Zukunft seiner Heimat zu verhandeln.

Nur er kann ein neuer Dalai Lama sein. Der Karmapa weiß das. Seine Entourage weiß es auch. Eigentlich wissen es alle – auch wenn es offiziell nie ausgesprochen werden würde. Längst hängen Karmapa-Porträts in den Geschäften von Dharamsala, wo mit etwa 20 000 Flüchtlingen die größte tibetische Exilgemeinde lebt, gleich neben Bildern des Dalai Lama…

Noch halten sich alle zurück

Die Inder versuchen, den Karmapa auf ihrem Boden abzuschotten – jedes falsche Wort könnte einen Konflikt auslösen. Auch die Tibeter wollen verhindern, dass er vorschnell auf die politische Bühne gezerrt wird. Die Chinesen ignorieren ihn vorerst. Und der Dalai Lama bleibt vage…

Denn anders als der Dalai Lama, den die chinesische Regierung als “Dämon mit menschlichem Antlitz und dem Herzen einer Bestie” beschimpft, ist der Karmapa nie angefeindet worden. Umgekehrt hält auch er sich mit Kritik zurück. Und seine Bewacher und Berater sorgen dafür, dass es kaum Möglichkeiten für diplomatische Fehltritte gibt…

Karmapa will den Dalai Lama “unterstützen”

Immerhin hat er damals gegenüber einem Reporter des Magazins “Time” die wohl politischste Aussage seines bisherigen Lebens gemacht: “Ich werde den Dalai Lama unterstützen, so gut ich kann.”…

Moderner “Action-Man” oder Führer eines mittelalterlichen Ordens? Allwissender Gott oder Tibet-Lobbyist im Wartestand? Es ist verständlich, dass der Karmapa einstweilen die Umweltpolitik zu seinem Wirkungsgebiet auserkoren hat – weil er dabei Gutes tun kann, ohne damit allzu sehr anzuecken.

Den kompletten Artikel finden Sie in GEO Nr. 01/Januar 2010

Quelle: GEO.de 2010

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