Dorfbewohner im ehemaligen Kham üben sich im zivilen Ungehorsam

Mittwoch, 04.11.2009, 20:25 Uhr | Kategorien: Widerstand in Tibet

Aus einer Quelle aus Tibet verlautet, daß die Bewohner von vier Dörfern des Bezirks Jomda in der Präfektur Chamdo (vormals der westliche Teil von Kham), TAR, im März dieses Jahres ihre Felder den Schafen und Ziegen zum Abfressen überließen – eine Form ihres friedlichen Protestes gegen die Gewaltexzesse der chinesischen Regierung seit dem 10. März 2008. Ein paar Nachbardörfer taten es ihnen gleich. Kürzlich verweigerten diese vier Dörfer die Annahme der ihnen von der Regierung gelieferten Traktoren. Einige junge Leute aus diesen Orten brachten außerdem verbal ihren Mißmut über die chinesische Herrschaft zum Ausdruck.

Die Folge davon war, daß die chinesischen Sicherheitskräfte diesen Monat acht junge Tibeter festnahmen: Lama Palchen Wangyal, 25, dessen Bruder Kalsang Gyaltsen, 19, Choega, 31, Tenpa Namgyal, 25, dessen Bruder Thupten Namgyal, 20, Ogyen Sonam, 19, Paljor, 26, und Thupten, 21. Kalsang Gyaltsen, Thupten und Ogyen Sonam wurden inzwischen freigelassen, aber mußten infolge der brutalen Mißhandlungen, denen sie im Polizeigewahrsam ausgesetzt wurden, in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die chinesischen Beamten folterten die Festgenommenen, um aus ihnen herauszupressen, wer für diese Art des Protestes der Dorfbewohner verantwortlich ist und wer ihn angeführt hatte.

Chinesische Soldaten und Zivilbehörden haben daraufhin die Kontrollen in der Gegend verstärkt und veranstalten nun wieder öffentliche Meetings, an denen die Teilnahme Pflicht ist.

Die dort lebenden Tibeter bitten internationale Organisationen, die sich der Sache Tibets widmen, sich für die Freilassung und den Schutz der noch Inhaftierten einzusetzen, und die Nachricht in den Medien zu verbreiten.

TibetCustom, http://www.tibetcustom.com/index.php, 30. Oktober 2009

Übersetzung: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)

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