Glaube und Exil: Tibet im Film

Sonntag, 02.08.2009, 07:33 Uhr | Kategorien: Termine

Das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt am Main zeigt vom 4. bis 20. August eine äußerst interessante Filmreihe:

Di 4.8. 20.30 Uhr
ANGRY MONK – REFLEXIONEN ÜBER TIBET
(CH 2005, R: Luc Schädler, Dokumentarfilm, 97 min OmU)
ANGRY MONK ANGRY MONK – REFLEXIONEN ÜBER TIBET (2005) von Luc Schädler erinnert an das im Westen wenig bekannte Schicksal des tibetischen Mönchs Gendun Choephel, der Anfang des 20. Jahrhunderts seine Heimat verließ, um in ausgedehnten Reisen die Kultur und Philosophie anderer Völker kennen zu lernen und Kontakte zu tibetischen Exilanten zu knüpfen. Er verfasste zahlreiche Werke, darunter umstrittene Schriften zur Religion, die ihn für manche religiöse Schulen in Tibet zur persona non grata machten. Früh und als gebrochener Mann gestorben, wurde er erst im Nachhinein zur Symbolfigur einer geistigen Öffnung.

Do 6.8. 20.30 Uhr
DER 14. DALAI LAMA. EIN LEBEN FÜR TIBET
(DE 2005, R: Albert Knechtel, Thea Mohr, 88 min OF mit dt. Overvoice, zu Gast: Thea Mohr)
DER 14. DALAI LAMA. EIN LEBEN FÜR TIBET Für alle, die mit der Person und Biografie des Dalai Lama wenig vertraut sind, aber auch für jene, die interessante Details über sein Leben erfahren wollen, bietet Albert Knechtels und Thea Mohrs Porträt Der 14. DALAI LAMA. EIN LEBEN FÜR TIBET (2005) das richtige Material. Anlässlich des 70. Geburtstags nahmen die Filmemacher ein langes Interview auf, in dem er in kluger und humorvoller Manier Auskunft über sich und seine Lehren gibt. Ergänzend dazu erinnern sich Persönlichkeiten wie Heinrich Harrer oder Richard Gere an Begegnungen mit dem geistigen Oberhaupt der Tibeter.

Sa 8.8. 16.00 Uhr | So 9.8. 20.30 Uhr
TRAVELLERS & MAGICIANS
(Bhutan 2003, R: Khyentse, Norbu, 107 min OmeU)
TRAVELLERS & MAGICIANS TRAVELLERS & MAGICIANS (Von Reisenden und Magiern, 2003) war der erste ausschließlich im Königreich Bhutan gedrehte Spielfilm. Wie in einer Märchenerzählung bricht ein junger Beamter aus seinem Heimatdorf in die Hauptstadt Thimphu auf, um ein Visum für eine Reise nach Amerika zu beantragen, wohin es ihn zieht. Unterwegs trifft er einen buddhistischen Mönch, einen verwitweten Reispapiermacher und dessen Tochter, die ihm gefällt. Der Mönch erzählt die Legende eines Magierlehrlings, der seinem Heimatdorf entflieht, sich im Wald verirrt und dort einem alten Holzfäller und dessen junger Frau begegnet und sich in eine Liebe verstrickt, die ihm zum Verhängnis wird. Inspiriert von einer Kurzgeschichte des japanischen Autors Kawabata und einer buddhistischen Fabel erzählt Khyentse Norbu eine folkloristische, nachdenkliche, wunderschöne Geschichte über Fernweh und Selbstbesinnung, ein zentrales Thema der Lehre des Buddhismus.

Sa 8.8. 22.30 Uhr | Fr 14.8. 18.00 Uhr
DREAMING LHASA
(Indien/GB 2005, R: Ritu Sarin, Tenzing Sonam, 90 min OmeU)
DREAMING LHASA Unser Programm präsentiert als Deutschland-Premiere auch zwei wunderbare Spielfilme: Karma, eine junge Amerikanerin tibetischer Abstammung, reist auf der Suche nach ihren Wurzeln ins indische Dharmshala, wo sie eine Dokumentation drehen möchte. Bei ihren Recherchen lernt sie den jungen Tibeter Dhondup kennen, der ihr erzählt, dass er dem letzten Wunsch seiner sterbenden Mutter gemäß einem mysteriösen Bekannten eine alte Zauberschachtel übergeben muss. In magisch-poetischen Bildern fängt DREAMING LHASA (2005), der von Richard Gere produzierte Debütfilm der Regisseure Ritu Sarin und Tenzing Sonam, die Reise seiner Protagonisten ein, die sich auf den Weg des Zu-sich-selbst-Findens begeben. Als der erste Film über das Leben der Exil-Tibeter in Indien wurde er auf zahlreichen Festivals gezeigt und erhielt weltweite Aufmerksamkeit.

Di 11.8. 20.30 Uhr
10 FRAGEN AN DEN DALAI LAMA
(Indien/Tibet 2007, R: Rick Ray, Dokumentarfilm, 85 min OmU)
10 FRAGEN AN DEN DALAI LAMA Als der Filmemacher Rick Ray 2001 für eine Reisereportage nach Indien fuhr, kam ihm die Idee, den Dalai Lama in seinem Exil in Dharamsala zu besuchen. Er wurde empfangen und bekam die Erlaubnis, Seiner Heiligkeit zehn Fragen zu stellen, wie etwa: „Wie bringen Sie Ihren Einsatz für Gewaltlosigkeit mit der Realität in Einklang?“ In den komplexen Antworten entsteht das Bild eines realitätsnahen und ausgesprochen bescheidenen Mönchs, wie er sich selbst bezeichnet, der die Hoffnung auf eine Wende nicht aufgegeben hat. Daneben zeigt 10 QUESTIONS FOR THE DALAI LAMA (10 Fragen an den Dalai Lama, 2007) auch seltenes Archivmaterial.

Do 13.8. 20.30 Uhr
DALAI LAMA RENAISSANCE
(USA 2007, R: Khashyar; Darvich, Dokumentarfilm, 81 min OmU)
DALAI LAMA RENAISSANCE Im Frühjahr 2000 trafen sich 40 Denker und Wissenschaftler in Dharamsala, um gemeinsam mit dem Dalai Lama einen interdisziplinären Dialog zu führen, der Antworten auf die globalen Probleme des neuen Jahrtausends geben sollte. Zu Beginn zelebrieren die aus den verschiedensten Schichten stammenden Teilnehmer noch einen heiteren Personenkult, den Khashyar Darvich in DALAI LAMA RENAISSANCE (2007) unmaskiert einfängt. Doch nach und nach besinnen sich alle auf das wirkliche Ziel der Konferenz. Das Schlusswort gehört dem „Ozean der Weisheit“, wie Dalai Lama übersetzt wird, der die Grundzüge seiner Lehre erklärt und zugleich ihre Allgemeingültigkeit herausstellt.

Do 20.8. 21.00 Uhr
JENSEITS VON TIBET
(DE 2000, R: Solveig Claasen, Dokumentarfilm, 89 min OmU)
JENSEITS VON TIBET Die Deutsche Sandra war in den achtziger Jahren Teil der Berliner Drogen-Szene, bis sie mit Hilfe von Meditation ihre Sucht besiegte und als Zen-Nonne nach Indien reiste, wo sie den als Bettelmönch lebenden tibetischen Lama Gelek traf. Dem politischen Aktivisten war nach einem langen Martyrium die Flucht aus chinesischen Gefängnissen gelungen. Die beiden verliebten sich und zogen nach Deutschland. In JENSEITS VON TIBET (2000) fahren Sandra und ihre inzwischen geborene Tochter, von Solveig Claßen mit der Kamera eingefangen, in Geleks Heimat, um den Eltern vom Schicksal ihres Sohnes zu erzählen. Die Dokumentation wurde mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.

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