Polizei unterbindet Berichterstattung über Pro-Tibet-Demonstration in Peking

Freitag, 15.08.2008, 08:27 Uhr
Kategorien: Olympische "Spiele" 2008

Wie gut oder schlecht es mit der „unbehinderten Medienberichterstattung“ in Peking steht, konnte ein weiteres Mal ein akkreditiertes Kamerateam während einer Pro-Tibet-Demonstration nahe der olympischen Sportstätten erfahren.

Acht pro-tibestische Aktivisten wurden festgenommen (wie „Students for a free Tibet“ berichtet: sechs US-Bürger, ein Israeli und ein Japaner). Daß solche Bilder nicht im Fernsehen landen, dafür sorgte die Polizei unter dem Einsatz von Gewalt: So berichtete der britische China-Korrespondent der britischen Fernsehgesellschaft ITN, John Ray, Polizisten hätten ihn zu Boden geschleudert und mit sich in ein Gebäude geschleift. Dort hätten sie ihn am Boden gehalten und mit den Schuhen auf seine Hände getreten. Ray erklärte, er habe versucht zu erklären, er sei britischer Journalist und könnte dies meinen Ausweispapieren belegen. Die Beamten jedoch zeigten keinerlei Interesse und fuhren mit ihren Mißhandlungen fort. Insgesamt sei er etwa 20 Minuten in Polizeigewahrsam gewesen – seine Ausrüstung habe man beschlagnahmt.

Während sich die Polizei bedeckt hält, erklärte das Olympische Komitee, man werde dem Fall nachgehen. Der Verein der Auslandskorrespondenten (Foreign Correspondents Club - FCC) äußerte sich bestürzt und forderte, die Behörden müßten sich entschuldigen und dem Journalisten seine Ausrüstung aushändigen. Insgesamt hätten sich nach Auskunft des FCC seit der Eröffnung der Olympischen Spiele fünf ähnliche Fälle ereignet, in denen akkreditierte Journalisten mit massiven Einsatz der Polizei an ihrer Berichterstattung gehindert wurden.

[dms]

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