China nimmt sechzehn Mönche wegen ihres Widerstands gegen die „patriotische Umerziehung“ fest

Samstag, 17.05.2008, 13:16 Uhr
Kategorien: Menschenrechte

Einer bestätigten, dem TCHRD zugegangenen Mitteilung zufolge haben die Behörden im Bezirk Markham (chin. Mangkang), Präfektur Chamdo, „TAR“, 16 Mönche und zwei Laien festgenommen.

Seit Anfang April führen die chinesischen Behörden eine Kampagne zur „patriotischen Umerziehung“ in den Klöstern Woeser und Khenpa Lungpa in der Gemeinde Garthog, Bezirk Markham, durch. Das TCHRC erfuhr, daß am 10. Mai 2008 speziell ausgebildete Kader in diesen Klöstern eintrafen, um die Mönche einer noch intensiveren Schulung zu unterziehen, woraufhin es zu hitzigen Auseinandersetzungen zwischen den aufgebrachten Mönchen und den Behördenvertretern kam. Keiner der Mönche unterzeichnete die Dokumente, die die Kader ihnen vorlegten, noch verfaßten sie Aufsätze zur Diffamierung des Dalai Lama.

Die Behörden verhafteten schließlich die Mönche, die sich ihnen nicht fügen wollten. Am 12. Mai wurden zehn Mönche des Klosters Khenpa Lungpa festgenommen und am 13. Mai sechs Mönche des Klosters Woeser. Außerdem wurden zwei Laien am 14. Mai festgenommen.

Die Kampagne nur „patriotischen Umerziehung“ wurde 1996 in den Klöstern Tibets eingeführt, um die Loyalität der Tibeter dem Dalai Lama gegenüber zu brechen. Sie verfolgte auch den Zweck, „die Herzen und Gemüter des tibetischen Volkes der chinesischen Regierung geneigt zu machen“. Das Gegenteil trat jedoch ein: Die Tibeter begannen diese Kampagne wegen ihrer dreisten Angriffe auf ihre religiösen und kulturellen Gefühle zu fürchten und zu hassen.

In den beiden Klöstern Woeser und Khenpa Lungpa hielten sich je an die hundert Mönche auf, die permanent dort wohnten. Auf die Festnahmen hin verließen auch die übrigen Mönche das Kloster. Die dortige tibetische Bevölkerung ist sehr betrübt und kann sich gar nicht damit abfinden, daß diese ihnen heiligen Klöster plötzlich geschlossen wurden.

Die Behörden unterzogen auch die Mönche im Kloster Khenpa Lungpa einer massiven “patriotischen Umerziehung”. Aus dortigen Quellen verlautet, daß die wenigen übriggebliebenen Mönche als Zeichen des Protestes das Kloster verließen und in ihre jeweiligen Dörfer zurückkehrten. Normalerweise strömten täglich Hunderte von frommen Tibetern zu den Klöstern, um dort ihre Gebete und Rituale zu verrichten. Jetzt haben sie keinen geistlichen Hort mehr, und eine Wolke des Schweigens und der Trostlosigkeit hüllt diese Klöster und die Nebengebäude ein, die einsam und verlassen dastehen.

Das TCHRD ist äußerst besorgt um das Schicksal dieser verhafteten Tibeter. Es ersucht die chinesische Regierung dringend, der „patriotischen Umerziehungskampagne“ sofort ein Ende zu setzen und die kulturellen und religiösen Gefühle des tibetischen Volkes zu respektieren.

Bilder und die Namen der festgenommenen Mönchen finden sich auf der Website des TCRHD unter:

http://www.tchrd.org/press/2008/pr20080515.html

Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD)
Dharamsala, India
www.tchrd.org
Pressemitteilung, 15. Mai 2008

Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)

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