Bauer nach Entlassung aus der Haft gestorben - Regierung schürt Haß auf Tibeter

Mittwoch, 07.05.2008, 19:58 Uhr
Kategorien: News Allgemein, Widerstand in Tibet

Einer zuverlässigen Quelle zufolge traf am 26. April ein chinesisches “Arbeitsteam” im Kloster Bada Samdrupling in der Gemeinde Tzenda, Bezirk Sershul (chin. Shiqu), TAP Karze, Provinz Sichuan, ein, um die “patriotische Umerziehung” zu intensivieren. Einige Mönche weigerten sich jedoch, die Dokumente zu unterschreiben, deren Wortlaut sie nicht zustimmen konnten, außerdem standen sie mitten im Unterricht auf und verließen den Raum. Die chinesischen Arbeitsteam-Kader hatten gehofft, diesmal die Kampagne effektiver durchzuführen.

Von den 70 Mönchen, die dieses Kloster beherbergt, hielten sich drei im März in Lhasa auf und wurden bei einem der Proteste dort festgenommen. Es handelt sich dabei um: Gelek Thapkhey, Gelek Drakpa und Tenzin Phuntsok. Über ihren derzeitigen Inhaftierungsort ist nichts bekannt.

Am 25. April wurden zwanzig Tibeter aus der Ortschaft Gaden Chokhor, die bei den Protesten im März festgenommen worden waren, nach Lhasa verlegt. Der 31jährige Dawa, ein Bauer aus dem Dorf Dhedron im nördlichen Khashang wurde bei einer friedlichen Demonstration in der Gegend von Phenpo festgenommen. Am 27. März wurde er in kritischem Gesundheitszustand entlassen und starb wenige Tage darauf am 1. April. Eine Nonne aus dem Kloster Shar Bhumpa, die der Gerpa-Familie aus dem Dorf Chugkha Jang im Kreis Phenpo Lhundrup (chin. Lingzhi), Bezirk Lhasa, entstammt und die an den Protesten im März teilgenommen hatte, wurde so schwer geschlagen, daß sie wegen ihrer Verletzungen in das Kreiskrankenhaus eingeliefert werden mußte. Als sie nach ein paar Tagen nach Hause entlassen wurde, verschlechterte sich ihr Zustand jedoch so erheblich, daß sie wieder im Krankenhaus aufgenommen werden mußte.

Die verzerrten Informationen, welche die chinesische Regierung über die staatlichen Medien verbreitet, haben zu einer tiefen Kluft zwischen Chinesen und Tibetern geführt. Die ethnischen Spannungen werden immer heftiger. In einigen Gegenden Chinas gab es Fälle, wo Tibeter von Chinesen geschlagen und bedroht wurden. Die Regierung tut jedoch nichts, um diese Tibeter vor Angriffen zu schützen. In vielen Teilen Chinas haben chinesische Studenten bei Befragen heftige Anklagen gegen die tibetischen Mönche erhoben, weil sie bei ihnen als die Anstifter der Unruhen gelten.

Tibetan Solidarity Committee / Tibetisches Solidaritätskomitee
http://www.stoptibetcrisis.net
Pressemitteilung, 3. Mai 2008
Übersetzung: Melanie Pelka, Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)

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