400 Mönche des Klosters Sera verhaftet
Donnerstag, 24.04.2008, 20:23 UhrKategorien: Buddhismus, Menschenrechte, News Allgemein, Widerstand in Tibet
Etwa 40 Lastwagen mit Angehörigen der chinesischen Polizei und der Armee fuhren am 18. April gegen 3 Uhr Ortszeit in den Norden von Lhasa, wo sich das Kloster Sera befindet. Nach Angaben aus verläßlichen Quellen gingen Polizei und Armee im Wohntrakt der Mönche von Sera von Tür zu Tür und verhafteten die Bewohner. Bei Mönchen, die sich weigerten, dem Befehl zum Öffnen der Tür nachzukommen, wurden Fenster und Türen gewaltsam aufgebrochen und die Mönche festgenommen. Schätzungsweise 400 Mönche wurden verhaftet, die meisten von ihnen in Nachtbekleidung. Es fiel auf, daß ihnen lebensnotwendige Nahrungsmittel verweigert worden waren, da viele Mönche gesundheitlich in sehr schlechter Verfassung waren. Von den insgesamt 700 Mönchen blieben nach den Verhaftungen der letzten Tage im Kloster Sera nur ca. 100 Novizen und alte Mönche übrig.
Die oben genannten Verhafteten wurden noch in der Nacht in das Gebiet Toelung gebracht und dort in einer Ziegelei zusammengeschlossen. Die schon früher festgenommenen Mönche aus dem Kloster Drepung sind in einer versteckten Höhle im Gebiet Nyethang untergebracht worden. Am 17. April wurden 20 Mönche des Klosters Tsang in Gepa Sumdo, TAP Tsolho in Amdo (Qinghai) festgenommen. Von diesem Kloster sind bislang mindestens 57 Mönche verhaftet worden.
Ein weiterer, bislang noch unbekannter Fall ist die Verhaftung des Schauspielers Dabhe aus Amdo, die am 31. März erfolgte. Er wurde beschuldigt, in großer Zahl tibetische Nationalflaggen und Fotos des Dalai Lama verbreitet zu haben. Auch Ngagchang Tsibha aus dem Bezirk Chentsa, der, nachdem er längere Zeit in den Bergen verbracht hatte, am Abend des 18. April nach Hause zurückkehrte, wurde am Morgen des 19. bei der Morgentoilette verhaftet.
Gelesen: 65 · heute: 2 · zuletzt: 20. November 2008Tibetan Solidarity Committee / Tibetisches Solidaritätskomitee
www.stoptibetcrisis.net
Pressemitteilung, 19. April 2008Übersetzung: MoKa, Irina Raba, Revision: Adelheid Dönges, Angelika Mensching
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
















