Chinesische Gegendemonstrationen
Sonntag, 20.04.2008, 20:41 UhrKategorien: Menschenrechte, News Allgemein, Olympische "Spiele" 2008
Chinesische Bürger gehen auf die Straßen, um ebenfalls ihr Demonstrationsrecht zu nutzen. Wie mehrere Nachrichtenagenturen meldeten, fanden in einigen chinesischen Städten Demonstrationen gegen eine Unabhängigkeit Tibets statt. Zugleich wurde als Reaktion auf den Vorschlag, den Fackellauf abzubrechen, zu einem Boykott französischer Produkte aufgerufen.
Selbst im Ausland wurde pro-chinesisch demonstriert. In Berlin etwa gingen 2800 Menschen auf die Straße und skandierten gegen eine Politisierung der Sommerspiele und gegen ein unabhängiges Tibet.
In Peking trafen sich die Demonstranten vor einem Carrefour-Supermarkt und versuchten so den Einkauf französischer Waren zu boykottieren.
Auslöser der Demonstrationen waren vor allem die nicht immer korrekte Berichterstattung westlicher Medien, die mangels Bildmaterial unter anderem Aufnahmen aus Nepal verwendeten und diese zu Berichten über die Vorgänge in Tibet und den angrenzenden Regionen zeigten. Auch die Demonstrationen gegen den Fackellauf wurden zum Anlaß genommen, auf die Straße zu gehen.
Australien rief angesichts drohender Aufmärsche beider Seiten zu friedlichen Demonstrationen auf – am Donnerstag wird dort in Canberra die Fackel eintreffen.
Unterdessen bemühen sich die staatlichen Medien in China um eine nicht emotionale Reaktion der Menschen und appellieren an die Rationalität. Man solle gelassen mit den Problemen umgehen und mit Freundlichkeit das Ausland für sich gewinnen.
Dazu auch den Kommentar von Sven Hansen in der “taz” lesen
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