Ein Appell Seiner Heiligkeit des Dalai Lama

Montag, 07.04.2008, 18:49 Uhr
Kategorien: Buddhismus, Menschenrechte, Widerstand in Tibet

his holiness, the 14th dalai lama2. April 2008 (in engl. s. “An Appeal (by the Dalai Lama)”, tibet news 3.4.08)

Ich möchte hiermit meine Anerkennung und Dankbarkeit ausdrücken gegenüber den Staatschefs der führenden Nationen, gegenüber Abgeordneten aus aller Welt, NGOs und Volksvertretern, die ihre Besorgnis über die jüngsten erschütternden und tragischen Ereignisse in Tibet zum Ausdruck gebracht haben. Ich bin ferner für ihre Bemühungen dankbar, die chinesische Führung zu überzeugen, Zurückhaltung gegenüber den friedlichen Protestierenden in Tibet zu üben, während sie zugleich die Aufnahme konstruktiver Gespräche zur Lösung des Problems einfordern.

Ich glaube, daß die jüngsten Demonstrationen und Proteste ein Ausdruck der lange angestauten Verbitterung des tibetischen Volkes sind, nicht nur in der sogenannten Autonomen Region Tibet (TAR), sondern auch in den außerhalb von ihr liegenden, traditionell tibetischen Gebieten, welche jetzt den Provinzen Qinghai, Gansu, Sichuan und Yunnan zugehören und in welchen umfangreiche Gemeinschaften ethnischer Tibeter bestehen.

Nach Informationen aus zuverlässigen Quellen haben die chinesischen Behörden große Truppenkontingente in diese traditionell tibetischen Regionen entsandt und sie haben nicht nur damit begonnen, sehr hart gegen die Tibeter vorzugehen, die sich angeblich an den Unruhen beteiligt haben, sondern sie haben die gesamten Gebiete abgeriegelt, in welchen die Proteste stattgefunden haben.

Aus diesem Grund bitte ich Sie, Ihre Unterstützung bei der Forderung nach einem sofortigem Ende der gegenwärtigen gewaltsamen Niederschlagung der Proteste fortzusetzen, nach der Freilassung all jener, die festgenommen und inhaftiert wurden, sowie der Bereitstellung angemessener medizinischer Versorgung der Verletzten. Wir sind insbesondere besorgt über den Mangel an adäquaten medizinischen Einrichtungen, da es Berichte über eine Vielzahl verletzter Tibeter gibt, die sich davor fürchten, chinesisch geführte Hospitäler und Kliniken zur Behandlung aufzusuchen.

Ich möchte Sie ebenfalls ersuchen, die Entsendung unabhängiger internationaler Beobachter zu unterstützen, um die Unruhen und ihre eigentlichen Ursachen zu untersuchen. Ebenso sollte Medien und internationalen medizinischen Hilfsteams die Erlaubnis gegeben werden, sich in die betroffenen Gebiete zu begeben. Ihre Anwesenheit wird dem tibetischen Volk nicht nur eine Beruhigung sein, sondern auch einen mäßigenden Einfluß auf die chinesischen Behörden haben. (Nicht-offizielle Übersetzung)

Central Tibetan Administration, Dharamsala
Kontakt: Chhime R. Chhoekyapa, Sekretär, Mobile + 91 (09816021879) Tenzin
Taklha, zweiter Sekretär, Mobile + 91 (09816021813)
http://www.tibet.net/en/prelease/2008/030408.html

Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching (IGFM München)

Gelesen: 14 · heute: 2 · zuletzt: 21. August 2008
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