Großreinemachen in China: Bürgerrechtler Hu Jia zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt

Donnerstag, 03.04.2008, 11:00 Uhr
Kategorien: Menschenrechte, News Allgemein, Olympische "Spiele" 2008

Ein Dorn im Auge der KP war der chinesische Bürgerrechtler Hu Jia ohnehin: Er hatte einen HIV-Skandal aufgedeckt und sich bereits im November via Internet bei einer Anhörung EU-Parlaments kritisch über die Olympischen Spiele geäußert und pikante Details zu Menschenrechtsverletzungen in China publik gemacht.

Nun wurde Hu Jia vom „Ersten Mittleren Volksgericht“ in Peking wegen des Vorwurfs eines „Aufrufs zur Untergrabung der Staatsgewalt“ für schuldig bekannt und zu einer Gefängnisstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Zuvor hatten er, seine Frau sowie sein Kind bereits zwei Jahre unter Hausarrest gestanden. Im vergangenen Jahr wurden er und seine Frau für den EU-Menschenrechtspreis (Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit und Menschenrechte) nominiert. Der Hausarrest gilt weiterhin für seine Familie.

Zur Information: Von insgesamt 62 inhaftierten Online-Dissidenten befinden sich allein in China 48 Personen in Haft. (s. Reporters sans frontière)

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